Jede Zählermatrix strebt mit wachsender Zahl der Anpassungszyklen einer stabilen Verteilung der Zählwerte zu; vorausgesetzt, die Beispielbasis enthält ausreichend gleichartige Beispiele.
Ein hoher Zählwert drückt nicht nur die Einschätzung der Toleranz aus. Vielmehr liefert sie auch eine Bewertung der Gültigkeit dieser Einschätzung. Kurz zusammengefaßt: In der Auswertung der Zählermatrix kommen zwei Schwellenwerte zum Tragen: Der eine wird eingangs vom Analysierenden festgelegt (der zur Fundierung erforderliche Mindestzählerwert) und der andere Schwellenwert wird im Laufe der Analyse ermittelt. Letzterer entspricht der Grenze zwischen den Toleranzoptionen, die fundiert erscheinen und jenen, die nur durch niedrige Zählwerte repräsentiert sind.
Sobald die voreingestellte Mindestzahl von Anpassungszyklen durchlaufen ist, muß nach den Anpassungen geprüft werden, ob die Zählermatrix bereits eine ausgereifte Verteilung zeigt. Dann sind in jeder Dimension bei der Toleranzoption 0.0 beginnend bis zu einer Obergrenze alle Toleranzoptionen mit einer Mindestzahl der Zählwerte repräsentiert. Es ist eine Fundierte Toleranz abzulesen. Solange dies nicht der Fall ist, werden immer wieder von Neuem Anpassungszyklen gestartet. Stabile Anteile der verschiedenen Zählwerte einer Analysedimension entstehen zudem nur, wenn in allen Dimensionen zugleich stabile Anteile entstehen. Die Zuverlässigkeit der Analyse ist auf diese Weise bewertbar.
Die Toleranzoptionen repräsentieren die Tolerierbarkeit zielhemmender Ausprägungen der Merkmale. Sie hängen davon ab, wieviele Referenzbeispiele in der jeweiligen Dimension vom Kandidaten abweichen. Zugleich hängt die Angemessenheit einer Toleranzhypothese von den Toleranzhypothesen bezüglich der anderen Analysedimensionen ab. Denn je größer die Toleranzhypothesen für andere Merkmale sind, desto eher werden höhere Werte der Toleranz für die betrachtete Dimension unplausibel. Das ist entscheidend, um die Interdependenz aller Dimensionen zu repräsentieren. Diese Interdependenzen bestimmen, welche Toleranzoptionen vornehmlich in den Testvektor gewählt werden.
In der oben dargestellten Zählermatrix sind in der Dimension 1 die Toleranzoptionen bis zum oberen Wert 0.2 durch hohe Zählwerte fundiert repräsentiert. In der Dimension 2 ist es die Obergrenze 0.6, in der Dimension 3 die 0.9. Dimension 4 ist ebenfalls bis zu der Toleranzoption 0.9 durch hohe Zählwerte repräsentiert und Dimension 5 ist bis zu der Toleranzoption 0.7 hinauf durch hohe Zählwerte repräsentiert.