Zielerreichung bislang unverwirklichter Alternativen
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Bislang hypothetische Alternativen können im Voraus bezüglich ihres voraussichtlichen Erfolges beurteilt werden. Denn neue Varianten, die sich von den bislang erfolgreichen Alternativen nur in unwichtigen Größen unterscheiden, werden vernünftigerweise auch wieder erfolgreiche Alternativen werden. Und Varianten, die sich in wichtigen Merkmalen von allen bekannten Erfolgen unterscheiden, werden eher Mißerfolge als Positivbeispiele.
So kann auf den Erfolg von bisher unverwirklichten Alternativen, deren tatsächlicher Erfolg fraglich ist, geschlossen werden. Ausgangspunkt der Bewertung neuer Beispiele sollten nicht jene Erfolgsbeispiele sein, die selbst knapp vor dem Scheitern stehen. Hier führen bereits Verfehlungen in unwichtigen Merkmalen zu einer weiteren Entfernung vom Lösungsideal und damit zum Mißerfolg. Daher dienen all jene Varianten als Vergleichsgröße, die den Lösungsidealen sehr nahe kommen.
Alternativen, die von einem Positivbeispiel subkritisch abweichen, sind eher ein Erfolg als zufällig gewählte Alternativen. Eine Anlehnung an Positivbeispiele in wichtigen Dimensionen ist demnach von Vorteil.

Ein Fernsehsender verpflichtet einen prominenten Entertainer, der mit der 20-Uhr-Show beachtliche Einschaltquoten erreicht. Wenn der Sendetermin ein subkritischer Faktor ist, dann wird die Late-Night-Show mit demselben Entertainer plausiblerweise ebenfalls ein Erfolg.  
 
Beispiele, die mehr als kritisch von allen bekannten Positivbeispielen abweichen, werden Negativbeispiele. Voraussetzung für solche Folgerungen ist natürlich, daß mit der überkritischen Abweichung nicht zufällig ein neues Ideal entdeckt wurde. In diesem Fall würde trotz des überkritischen Abweichens von den Referenzerfolgen nicht ein Negativbeispiel, sondern ein Erfolg verzeichnet. Das stellt die Relevanzerwartung in Frage, mit der die Plausibilität beurteilt wurde. Damit wäre gegen die Annahme verstoßen, daß von allen Idealen zumindest ein Beispiel bekannt ist.
Von geringem Interesse ist die Betrachtung der
Beziehung zwischen Mißerfolgsbeispielen: Alternativen, die subkritisch von bekannten Negativbeispielen abweichen, sind eher Negativbeispiele als Erfolge. Eine Bestätigung von Relevanzerwartungen aus dem Vergleich von inakzeptablen Alternativen ist zu schwach, um daraus Schlüsse zu ziehen bezüglich der Gültigkeit der Relevanzhypothese. Da die Zahl der möglichen Negativbeispiele groß ist im Verhältnis zur Zahl der möglichen Erfolge, kann nahezu jede beliebige Annahme über die Relevanz einzelner Dimensionen gestützt werden. Insofern ist eine solche Bestätigung als wertlos oder zumindest zweifelhaft anzusehen. Daher werden die Folgerungen sinnvollerweise auf die Positivbeispiele gestützt.
Nun ist zu fragen, ob sich Positivbeispiele auch finden lassen, indem Varianten stark von den bekannten Mißerfolgen entfernt gesucht werden: Alternativen, die von den Negativbeispielen mehr als kritisch abweichen, sind nicht notwendigerweise Positivbeispiele. Das Nichterfüllen bekanntermaßen erfolgloser Ausprägungen rechtfertigt noch nicht die Erwartung von Positivbeispielen. Dies folgt aus der Annahme, daß die Zahl der möglichen Negativbeispiele die Zahl der Erfolgsmöglichkeiten überwiegt. Da die Mißerfolgsalternativen in der Überzahl sind, führt jede kritische Abweichung von Negativbeispielen eher zu Mißerfolgen.
Die Suche nach Erfolgen wäre einfach, könnte durch das Vermeiden erfolgloser Wege notwendigerweise ein Erfolg erreicht werden.

Der Fernsehsender bewertet die Sendezeit als kritische Dimension für seinen Erfolg. Das Negativbeispiel Late-Night-Show mit dem prominenten Entertainer dient als Mißerfolgs-Referenzbeispiel. Wäre aus der überkritischen Abweichung von Negativbeispielen ein Erfolg zu folgern, müßte dieselbe Sendung im Frühstücksfernsehen ein Erfolg sein. Eine solche Erwartung ist jedoch keineswegs berechtigt.  
 
Kurz eine Zusammenfassung des bisherigen Gedankenganges: Aus den erfolgreichen Varianten wird auf die Relevanz aller Faktoren geschlossen. Aus der Kenntnis der bisherigen Beispiele und der Relevanz lassen sich Erwartungen bezüglich des Erfolgs neuer Lösungen ableiten.
Kandidaten erscheinen als Erfolg plausibel, wenn ihre Abweichung von einem bekannten Positivbeispiel unter dem Wert 1.0 liegt. Abweichungen von allen bekanntermaßen erfolgreichen Beispielen in wichtigen Dimensionen lassen einen Mißerfolg erwarten. Es ist ebenso möglich, daß die abweichenden Dimensionen unwichtig sind und den Erfolg nicht gefährden. Ebenso gilt ein Mißerfolg als plausibel, wenn er mehr als kritisch von allen bekannten Positivbeispielen abweicht. Möglich ist aber auch, daß die Abweichungen, obwohl wichtig, keinen Mißerfolg sondern Erfolg bringen, weil ein neues Ideal entdeckt wurde.
Erfolgreiche Varianten sind zu erwarten, wenn in wichtigen Dimensionen bisher erfolgreiche Ausprägungen beibehalten werden. Ebenso wirkt, wenn die Ausprägungen der Negativbeispiele in wichtigen Dimensionen vermieden werden. Die Hoffnung, daß Varianten innerhalb bisher unentdeckter Lösungsideale möglich sind, die in den wichtigen Dimensionen von den bekannten Positivbeispielen abweichen, ermutigt jedoch zu Abweichungen auch in kritischen Dimensionen.