Zählwerte für die Tolerierbarkeit widriger Faktorausprägungen
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Die Zählermatrix repräsentiert, in welchem Ausmaß die nicht-ideale Werte aus der Perspektive des Erfolgsbeispieles, das augenblicklich Kandidat ist, tolerabel erscheinen. Dabei finden alle niedrigen Werte (0.0, 0.1 und so weiter) so gut wie immer und in allen Dimensionen Bestätigung. Für die Ermittlung der Relevanz ist entscheidend, welche Toleranzwerte höchstens in jeder Analysedimension als plausibel gestützt werden.
In jeder Dimension läßt sich als höchste Toleranzhypothese immer die 0.9 bestätigen, falls für alle anderen Merkmale in diesem Augenblick die Toleranz auf 0.0 gesetzt wird. Dies ist jedoch im Sinne der Analyse unerwünscht. Vielmehr ist jener Wert in jeder Dimension gesucht, der mit einem möglichst großen Toleranzwert in allen anderen analysierten Dimensionen verträglich ist.
Die Zählwerte sind Kennwerte für die Gültigkeit jeder Toleranzoption zwischen 0 und 1. Sie repräsentieren, wie oft eine Toleranzoption bereits erfolgreich in vorhergehenden Testzyklen geprüft wurde. Diese Zählwerte bilden Eigenschaften der Beispielbasis und des aktuellen Kandidaten ab. Die Ergebnisse von Tests der unterschiedlichen Toleranzoptionen werden registriert, in Kennwerte umgesetzt und die Zahl erfolgreicher Tests anschließend verglichen. Zu jeder Toleranzoption gehört daher bei jeder Analysedimension ein Zählwert, der den Erfolg von Tests registriert. Eine Toleranzoption, deren Tests häufig Erfolg hatten, stellt ein hoher Zählwert dar. Bei jeder erfolgreichen Anwendung der jeweiligen Toleranzoption vergrößert des FACTORFINDER-Verfahren den Zählwert bis zu einer bestimmten Obergrenze. Umgekehrt wirken sich erfolglose Tests einer Toleranzhypothese in Verminderungen des Zählwertes aus. Zählwerte werden verringert, wenn eine Toleranzoption im Vergleich der Beispiele als unpassend disqualifiziert wurde.
Mindestens der Zählwert 1 bleibt allerdings immer erhalten. Denn für keine Toleranzoption läßt sich ausschließen, daß ihre erfolgreiche Anwendung dennoch möglich ist. Wenn eine Toleranzoption mit dem Zählwert 1 charakterisiert wird, so ist daraus abzulesen, daß diese Toleranzoption noch nicht getestet wurde oder beim Test scheiterte.
Die Obergrenze der Zählwerte ist sinnvoll, weil aus der relativen Größe eines Zählwertes im Vergleich mit den anderen Zählwerten des jeweiligen Analysemerkmales ein Hinweis darauf abgeleitet wird, welche Toleranzoption künftig als Toleranzhypothese Erfolg verspricht. Sehr große Zählwerte bei einer einzelnen Toleranzoption würden verhindern, daß künftig Toleranzoptionen mit niedigen Zählwerten als Toleranzhypothese gewählt werden.
Im Zuge des Analyseprozesses vergrößert und verringert das Verfahren die Zählwerte. Mit dem Größenverhältnis der verschiedenen Zählwerte einer Analysedimension stellt es dar, wie tolerabel eine bestimmte Ausprägung (nämlich des aktuellen Kandidaten) in der jeweiligen Dimension ist.

·Hohe Zählwerte bei einer Toleranzoption weisen auf eine gesicherte Einschätzung der jeweiligen Dimension hin.  
·Wenn hohe Toleranzoptionen durch hohe Zählwerte als gesichert gelten, so erscheint die betreffende Dimension als tolerabel und damit unwichtig.  

Die Zählwerte drücken eine Eigenschaft im Verhältnis zwischen dem Kandidaten und den Referenzbeispielen und zum Zielkriterium aus. Die Zählermatrix speichert nicht erfolgreich getestete Toleranz-Test-Vektoren, sondern Meta-Informationen über diese. Das reduziert die Last der Informationsverarbeitung erheblich.