Wichtigkeit von Faktoren
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Jede Alternative läßt sich anhand verschiedener Merkmale beschreiben. Gleichbedeutend für "Merkmal" werden auch die Begriffe "Dimension" oder "Analysedimension" verwendet. Dimensionen können zum Faktor und damit für das Erreichen des Zielkriteriums wichtig werden. Faktoren können ihre Bedeutung verlieren und unwichtig werden. Verschiebungen sind möglich.
Die Beziehung zwischen einem Faktor und dem Zielkriterium wird hier Relevanz genannt. Synonym werden die Begriffe "Gewichtung", "Wichtigkeit" und "Zielbeitrag" verwandt. Eine Dimension ist wichtig, wenn die Abwesenheit einer bestimmten Ausprägung zum Mißerfolg der Alternative führt. Wichtige Dimensionen werden als Faktoren bezeichnet. Wichtige Merkmale können in ihren Ausprägungen nicht beliebig verändert werden, ohne den Erfolg der Alternativen zu gefährden. Im Umkehrschluß bedeutet dies, daß beliebig veränderbare Merkmale unwichtig erscheinen.
Das Vorwissen des Analysierenden hilft bei der Auswahl der zu analysierenden Faktoren. Allerdings nutzt das Vorwissen nicht nur bei der Analyse, sondern es behindert sie auch in dem Maß, in dem vormals unwichtige Faktoren wichtig werden. Merkmale, die bereits als wichtig erkannt sind, treffen einen in ihren Auswirkungen nicht gänzlich unvorbereitet. Nur Dimensionen, die als unwichtig angesehen werden, können eine Aufwertung erfahren. Das läßt ratsam erscheinen, auch augenblicklich unwichtige Merkmale aufzuzeichnen. Nur so können Faktoren erkannt werden, die unerwarteterweise wichtig sind. Die geschickte Auswahl der analysierten Faktoren entscheidet über den Wert einer Analyse.

Für den Marketingerfolg eines Unternehmens dürfte die Dimension "Einprägsamkeit der Telefonnummer" wichtig sei, kaum jedoch der Faktor "Telefonnummer".  

Ohne die Möglichkeit, Zahlenwerte für die Stärke der Wichtigkeit nennen zu können, bliebe nur

·Die scharfe Abgrenzung zwischen Relevanz und Irrelevanz oder  
·Die Verwendung unbestimmter Quantoren wie "ein wenig".  

Der erste Fall erfordert ein kausales Modell des Analyseobjekts (oder ein analoges Mittel der Abbildung). Für jeden Zustand, den die Bestandteile dieses Modelles einnehmen, werden die Beziehungen untersucht. Auf diese Weise lassen sich relevante und irrelevante Größen scharf voneinander trennen.
Allerdings entgeht der Repräsentation durch die scharfe Trennung die Offenheit der alternativen Möglichkeiten, die Kontingenz der Alternativen. In Modellen müssen verschiedene Entwicklungen unterschieden werden. Jeder Entwicklungspfad zieht Ketten von Folgerungen nach sich, die jeweils volle Gültigkeit beanspruchen. Es entsteht ein vielfach bedingtes Regelgebilde. Fehlende oder widersprechende Aussagen blockieren dabei vollständige Folgerungsketten. Auch würde nicht zum Ausdruck kommen, ob in jeder Dimension viele Alternativen bestehen oder eine bestimmte Ausprägung zwingend nötig ist. Denn innerhalb der Folgerungsketten ist jeder Schritt zwingendes Ergebnis vorausgegangener Folgerungen.
Bei der Verwendung unscharfer Quantoren wie "ein wenig" bleiben Aussagen unbestimmt und nur bedingt nachprüfbar. Zudem lassen sich mehrere Größen, die "ein wenig" zusammenwirken, nicht weiter zusammenfassen. Damit ist dann auch der Vergleich mit anderen zusammengefaßten Bewertungen unmöglich. Deshalb trägt auch dieser Ansatz wenig zum Erkennen der Relevanz bei. Beide Alternativen gestatten nicht, mehrere Faktoren in ihrer Wirkung auf ein Ziel zu beurteilen.
Daher ist es hilfreich, für den Einfluß eines Faktors Zahlenwerte zu finden, die Einflußstärken zwischen den Polen "kritisch wichtig" und "unwichtig" repräsentieren.