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Die FACTORFINDER-Software erfordert eine möglichst vollständige Aufzeichnung aller Positivbeispiele als Datengrundlage. Es müssen mehrere Varianten zur Gruppe der akzeptablen Alternativen gehören, damit Vergleiche zwischen diesen möglich sind. Die Folgerungen auf das Attribut der Relevanz basieren ganz wesentlich auf der Annahme, daß wenigstens ein Beispiel jeweils den idealen Wert aufweist und somit die idealen Werte dem Analysierenden bekannt sind.
Sobald ein Faktor einen idealen Wert hat und nur subkritisch wichtig ist, dann wird in der Beispielbasis wenigstens eine andere erfolgreiche Alternative verzeichnet sein, die in diesem Faktor einen anderen Wert hat und daher nicht-ideal ausgeprägt ist. Das folgt aus der Annahme, das von jedem idealen Wert zumindest ein Vertreter bekannt und in der Beispielbasis aufgezeichnet ist. Einfach wäre die Bewertung der Faktoren, wenn mit Gewißheit feststünde, welche Ausprägungen ideal und welche zielhemmend wirken. Allerdings ist dies nie mit Sicherheit bekannt. Der Analysierende kann lediglich davon ausgehen, daß die zielhemmenden Ausprägungen bei jedem Positivbeispiel insgesamt nicht so wichtig sind, daß sie zum Scheitern der Alternative führten.
Paarweise werden die akzeptablen Alternativen mit den jeweils restlichen Erfolgsbeispielen verglichen. Aus dem Vergleich unterschiedlicher Alternativen entstehen Hypothesen über die Wichtigkeit der Faktoren. Anfangs entsteht rein zufallsbestimmt eine Hypothese über die Tolerierbarkeit zielhemmender Ausprägungen in den jeweiligen Merkmalen. Diese wird anhand der Daten geprüft. Ein rekursiver Prozeß von vorläufigen Interpretationen der Daten, Bewertungen dieser Interpretationen anhand der Datenlage und neuerlichen Re-Interpretationen schließt sich an. Dieses Vorgehen bringt eine Evolution ständig verbesserter Tolerierbarkeitseinschätzungen mit sich.
Die Speicherung und gegenseitige Verrechnung konkurrierender Tolerierbarkeitshypothesen übernimmt eine Matrix von Zählwerten. Alle plausiblen und teilweise widersprechenden Hypothesen über die Tolerierbarkeit vermutlich zielhemmender Ausprägungen verschmelzen in einer Zählermatrix. Diese ist Verrechnungsstelle und Speicher für konkurrierende Annahmen über die Wichtigkeit der Analysedimensionen. Die Zählermatrix bildet die Tolerierbarkeit zielhemmender Ausprägungen bei jedem Merkmal ab. Sie begrenzt die Auswirkungen der Vielzahl aller Kombinationsmöglichkeiten von Relevanzhypothesen. Sie sorgt dafür, ehemals erfolgreiche Einschätzungen bevorzugt anzuwenden und in geringem Maß zufällig veränderte neue Versuche zu wagen.
Neue Versuche gefährden nicht die vorhandenen Erfahrungen. Ihr Anteil ist verhältnismäßig gering. Zugleich gestatten sie eine immer angepaßtere Interpretation der wirtschaftlichen Zusammenhänge. Informationen über die Wichtigkeit der Faktoren und über ihre bisherige Bestätigung werden in der Zählermatrix gespeichert.
Als Ergebnis des FACTORFINDER-Verfahrens entsteht eine Klassifizierung der Alternativen. Bei ausreichender Datenlage zeigt die Zählermatrix an, daß bestimmte Varianten als ideal gelten. Das Verfahren versagt bei der Suche nach Relevanzeinschätzungen, sobald die verfügbaren Alternativen zu heterogen sind. Diese Eigenschaft wird ausgenutzt bei der Suche nach stark abweichenden Alternativen.
Das FACTORFINDER-Verfahren ordnet jedem Faktor einen Wert der Relevanz zu. Damit können unterschiedliche Alternativen bewertet werden. Dieser Relevanzwert hilft dabei, um bekannte Beispiele auf ihre Gleichartigkeit zu prüfen und um Hypothesen bezüglich der Zielerreichung noch nicht verwirklichter Alternativen abzugeben.