In jedem Faktor steht eine Folge von Werten zwischen 0 und 1 für die Tolerierbarkeit unvorteilhafter Ausprägungen. Diese Werte heißen Toleranzoption. Eine Toleranzoption wird mit der konkreten Verwendung zur Toleranzhypothese. Toleranzhypothesen werden mit dem Ziel aufgestellt, die Gültigkeit dieser Hypothese zu prüfen. Ein Toleranz-Testvektor ist die Zusammenstellung von Werten, die jeweils die Toleranz einer Dimension repräsentieren.
Das FACTORFINDER-Verfahren setzt neue Toleranz-Testvektoren immer von Neuem aus einzelnen Toleranzwerten zusammen. Informationen über angemessene Kombinationen werden in der Zählermatrix gespeichert. Die Zählermatrix speichert Informationen über die aussichtsreichsten Toleranzoptionen für jede Analysedimension.
Die Wahrscheinlichkeit jeder Toleranzoption, im folgenden Toleranz-Testvektoren beteiligt zu sein, entspricht ihrem Anteil an der Summe der Zählwerte des jeweiligen Faktors. Auf diese Weise wird zufallsbestimmt für jeden Faktor eine Toleranzhypothese gefunden. In zufälliger Weise gelangen Toleranzoptionen, die nur durch geringe Zählwerte repräsentiert sind, in den Toleranz-Testvektor.
Aus einer Zählermatrix läßt sich eine beliebige Zahl konkurrierender Testvektoren bilden. Die Toleranzoptionen konkurrieren um die Aufnahme in den Testvektor, wobei der Maßstab für die Auswahl vorherige erfolgreiche Erfüllungen ihrer Aufgabe, nämlich die Tolerierbarkeit zielhemmender Ausprägungen auszudrücken, sind. Zugleich ist nicht allein die erfolgreiche Aufgabenerfüllung Maßstab, sondern es fließen in die Auswahl Zufallseinflüsse ein.
Der Testvektor wird aus den Toleranzhypothesen der einzelnen Faktoren zusammengefügt, an der Beispielbasis getestet angewandt und später wieder zerlegt. Je nach dem Ergebnis der Prüfung werden Zählwerte vermindert oder erhöht. Ein Testvektor übernimmt Informationen über angemessene Toleranzhypothesen nicht direkt vom vorherigen Testvektor. Vielmehr zerlegt das Verfahren die Ergebnisse des Tests jedes Testvektors wieder völlig. Zu jedem Faktor wird vermerkt, ob die gerade verwendete Toleranzhypothese plausibel war. Ist eine Toleranzhypothese plausibel, dann erhöht das Verfahren den Zählwert, der diese Toleranzoption repräsentiert.
Es werden keine Sequenzen erfolgreicher Testvektoren gespeichert. Stattdessen sind Informationen über das Zusammenspiel der Faktoren in der Zählermatrix enthalten. Erfolgreiche Kombinationen von Toleranzoptionen werden in der Zählermatrix durch das Erhöhen der Zählwerte der jeweiligen Toleranzoptionen aufgezeichnet. Implizit enthalten die Zählwerte jedes Faktors Informationen über die anderen Faktoren und über die Ergebnisse vorheriger Verfahrensschritte. Denn die Verteilung der Zählwerte auf die Toleranzoptionen ist das Ergebnis von deren Stimmigkeit mit den Beispielen, deren Zielerfüllung und den Toleranzhypothesen für die jeweils anderen Faktoren.