Subkritische Faktoren
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Die Unterscheidung von wichtig und unwichtig ist sehr grob. Abstufungen bestehen in der Wichtigkeit der Merkmale (der Alternativen) für die Zielerreichung. (Wichtig: Die Zielerreichung der Alternativen wird innerhalb dieses Ansatzes zweiwertig klassifiziert.) Damit wird es möglich, Beziehungsgeflechte abzubilden, die sich bei einer zweiwertigen Unterscheidung der Wichtigkeit einer Betrachtung entziehen.
Kritisch wichtige Merkmale müssen zwingend in einer Alternative in einer bestimmten Ausprägung realisiert sein, damit diese zum Erfolg wird. Subkritisch wichtige Merkmale müssen in einer Alternative nicht zwingend in einer bestimmten Ausprägung realisiert sein, damit diese Alternative zum Erfolg wird. Allerdings führt das Nichteinhalten bestimmter Ausprägungen in mehreren subkritischen Faktoren insgesamt zum Nichterreichen des Schwellenwertes der Zielgröße bei dieser Alternative. Irrelevante Dimensionen haben keinen Einfluß auf das Erreichen eines Ziels.
Wann ist nun eine Dimension kritisch wichtig? Im einfachsten Fall gilt dies, wenn nur ein einziges Erfolgsbeispiel existiert. Dies wird an einem Beispiel aus dem Alltagsleben unmittelbar einsichtig:

Ein Auto hat vier Reifen zur Fortbewegung und ein Reserverad. Das Reserverad kann notfalls jedes der vier Räder ersetzen. Keiner der vier Reifen ist kritisch wichtig für die Funktion des Autos als Fortbewegungsmittel.  
Das Ziel der Fortbewegung erreicht das Auto mit der ursprünglichen Bereifung. Das ist eine Alternative. Außerdem bestehen weitere Alternativen darin, daß das Reserverad anstelle eines Reifens der ursprünglichen Bereifung eingesetzt wird. Die Vielzahl der Alternativen läßt jeden Reifen subkritisch wichtig sein. Das Zielkriterium Fortbewegungsmittel erfüllt das Auto auch mit einem defekten Reifen solange Ersatz und damit eine Alternative besteht.  
Wenn das Auto über keinen Ersatzreifen verfügt, dann ist jeder Reifen kritisch wichtig für das Zielkriterium Fortbewegungsmittel. Die Zielerreichung hängt von der Funktion jedes Reifens ab. Denn es steht keine zweite erfolgversprechende Alternative offen.  

Bei nur einer (möglichen oder bekannten) erfolgreichen Alternative entsteht nicht die Notwendigkeit, die Wichtigkeit der Merkmale zu konstatieren: Jede Dimension ist zwingend wichtig und jede Ausprägung ideal in Bezug auf das Zielkriterium. Weit interessanter ist der Fall, wenn unterschiedliche Alternativen mit kritischen Faktoren gleichermaßen das Ziel erreichen. Wenn Faktoren kritisch wichtig sind, in denen sich die Alternativen unterscheiden, dann existieren zumindest zwei Ideallösungen nebeneinander.
Bei Positivbeispielen lassen sich in jedem Merkmal eine oder mehrere Ausprägungen beobachten, von denen allerdings nicht jede zielführend sein muß. Sobald mehr Ausprägungen registriert wurden, als bei den erfolgreichen Alternativen zu beobachten sind, dann spricht dies für die Wichtigkeit des Merkmales. Dimensionen werden als wichtig angesehen, wenn sie nur in ganz bestimmten Ausprägungen bei Erfolgsbeispielen beobachtet werden. Voraussetzung und Rechtfertigung hierfür ist, daß eine Vielzahl von Ausprägungen tatsächlich getestet wurden und versagten.
Ideale Ausprägungen in wichtigen Merkmalen erlauben unvorteilhafte Ausprägungen in weiteren (wenig wichtigen) Merkmalen ohne den Erfolg der jeweiligen Variante zu gefährden. Demgegenüber gibt es nur noch wenige Möglichkeiten zum Erfolg, wenn Beispiele in wichtigen Merkmalen das Ideal verlassen. Es gibt nur wenige Erfolgsbeispiele mit derselben nicht-idealen Ausprägung in einem wichtigen Merkmal. Denn je wichtiger eine Dimension ist, desto weniger andere Erfolgsbeispiele mit derselben nicht-idealen Ausprägung gibt es und desto mehr der restlichen Merkmale müssen ideal ausgeprägt sein. Sonst wären die Beispiele keine Erfolge.
Jeder Faktor ist mehr oder minder wichtig. Wichtig heißt, daß es nicht in einer beliebigen Ausprägung vorliegen darf, sondern bestimmte Werte annehmen muß, damit das Beispiel zum Erfolg führt. Bei unwichtigen Größen darf eher eine beliebige Ausprägung genannt sein. Unterschiedlichste Ausprägungen werden akzeptiert. Wären die Ausprägungen gänzlich beliebig und das Erfassen der Daten nicht mit einem Ressourcenverbrauch verbunden, würde das dazu führen, daß theoretisch eine endlos lange Liste von Alternativen, die alle zum Ziel führen, möglich wäre.