Begründung von Relevanzhypothesen aus Negativbeispielen
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Aus der Annahme, daß eine weit größere Zahl von Mißerfolgsbeispielen beobachtbar ist, ergibt sich für das Erlernen der Toleranz eine Unterscheidung bezüglich der Verläßlichkeit von Bestätigungen:
Folgerungen aus Erfolgsbeispielen sind verläßlicher als Folgerungen aus Mißerfolgen. Mißerfolge liefern deshalb nur schwache Begründungen für Toleranzhypothesen (und ergo Relevanzhypothesen) und werden nicht weiter berücksichtigt. Mißerfolge können keine Relevanzerwartungen begründen. Erst bei der Frage, ob eine bestehende Relevanzerwartung beobachteten Negativbeispielen widerspricht und daher
diskreditiert ist, kommen Negativbeispiele zum Einsatz.
Auch Negativbeispiele liefern wertvolle Hinweise auf die Wichtigkeit der Dimensionen. Nur: Sie etablieren sie keine Relevanzhypothesen, sondern sie wirken unterstützend und ergänzend auf die Folgerungen aus den Positivbeispielen.
Negativbeispiele werten Merkmale auf, wenn eine bestimmte Ausprägung bei Erfolgen beobachtet wird und nicht bei Mißerfolgen. Es werden somit keine Anpassungszyklen und Toleranzhypothesen gebildet, sondern selektiv die Verteilung einer bestimmten Ausprägung bei Erfolgen und Mißerfolgen ausgewertet.