Plausibilität aller Vergleiche stützt Relevanzhypothese
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Wenn jedes bekannte Erfolgsbeispiel von zumindest einem anderen Erfolgsbeispiel subkritisch abweicht, so bestätigt dies die verwendete Relevanzhypothese. Würde kein subkritisch abweichendes Erfolgsbeispiel existieren, so würde dies heißen (unter der Annahme einer vollständigen Aufzeichnung aller erfolgreichen Varianten), daß die differenzierenden Merkmale als zu unwichtig eingeschätzt wurden.
Sobald ein Negativbeispiel bekannt wird, das sich von bekannten erfolgreichen Alternativen nur in Merkmalen unterscheidet, die als unwichtig gelten, kann in diesem Augenblick die Einschätzung der Wichtigkeit der differenzierenden Merkmale nicht zutreffen. Die differenzierenden Merkmale sind offensichtlich wichtiger als erwartet. Ebenso diskreditiert es die bisherige Einschätzung der Wichtigkeit von Analysemerkmalen, wenn Erfolgsbeispiele bekannt werden, die sich von den bekanntermaßen erfolgreichen Merkmalskombinationen so stark unterscheiden, daß eigentlich ein Scheitern zu erwarten gewesen wäre. Auch hier kann die Erwartung bezüglich der Relevanz der Analysemerkmale nicht zutreffen.
Die Erwartungen bezüglich der Wichtigkeit werden unterbrochen und die Relevanzhypothese ist anzuzweifeln, wenn Varianten das Ziel unerwartet erreichen oder unerwartet scheitern, d.h. wenn ein Erfolg aufgrund der bisherigen Relevanzerwartung ein Mißerfolg sein müßte oder vice versa.

Ein Hersteller von Autos der Luxusklasse produziert erstmals ein Kombifahrzeug. Das Management hatte ein solches Fahrzeug bislang verhindert, weil es befürchtete, ein solches Produkt würde das Image und den Absatz im Stammgeschäft gefährden. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen wurde die Kombiklasse ein Erfolg und im Stammgeschäft blieb der Verkaufseinbruch aus. Das Image der Marke trägt auch ein Fahrzeug dieses Gebrauchswertes.  
 
Bei einer Vielzahl von weitgehend übereinstimmenden Erfolgsbeispielen gestattet das FACTORFINDER-Verfahren die Bewertung der Relevanz aller Merkmale. Das baut die Erwartung auf, daß bestimmte Ausprägungen in den wichtigen Merkmalen unverzichtbar seien. Unter den Positivbeispielen sind in diesem Falle stark abweichende selten. Sonst könnten aus der Beispielbasis keine stabilen Erwartungen entstehen. Mit der Entdeckung eines neuen Ideals (d.h. dem Erkennen eines konkreten Beispieles aus diesem Ideal) gerät die Einschätzung der Wichtigkeit ins Wanken. Alle Relevanzerwartungen, die zuvor aufgebaut wurden, werden in Frage gestellt.
Zudem entwertet den Relevanzvektor auch ein Negativbeispiel, das weniger als 1 von einer als ideal angesehenen Alternative abweicht.
Widersprüche zwischen einem unerwartet erfolgreichen/erfolglosen Kandidaten und einer Relevanzhypothese, die zu dem beobachteten Erfolg nicht paßt, lassen sich auf zweierlei Weise ausräumen: Entweder wird die Zielerreichung dieses abweichenden Kandidaten angezweifelt und der (überkommenen) Relevanzhypothese weiterhin Glauben geschenkt. Oder die Zielerreichung des abweichenden Beispiels wird als gegeben hingenommen. Dann jedoch kann die bisherige Relevanzerwartung nicht mehr als gültig angesehen werden.