Ideale vs. reale Alternativen
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Beispiele sind die Kombination zugleich beobachteter Ausprägungen aller Faktoren, die in die Beobachtung einfliessen. Synonym bestehen für Beispiele die Begriffe "Alternative" oder "Variante". Jeder Faktor kann in unterschiedlichsten Ausprägungen beobachtet werden. Verschiedene Beispiele haben teilweise identische Ausprägungen eines Faktors, teilweise habe Beispiele unterschiedliche Ausprägungen. Die Überlappungen zwischen den Beispielen mit gleichen Ausprägungen werden im FACTORFINDER-Verfahren zur Bewertung der Faktoren genutzt.
Die Gesamtheit aller Beispiele bildet die Beispielbasis. Die Beispielbasis ist keine repräsentative Stichprobe aus allen möglichen Beispielen. Denn sie ist nicht mit dem Anspruch verknüpft, eine Grundgesamtheit abzubilden und dabei zufällige Störgrößen auszublenden. Die maximale Größe einer Beispielbasis ist durch die Zahl der Ausprägungen bestimmt, die zu jedem Faktor bekannt sind.
Ein Ideal (oder synonym Lösungsideal) läßt sich nicht direkt beobachten, sondern läßt sich nur durch Folgerungen aus den beobachteten Beispielen erschließen. Es ist aus der Sicht des Analysierenden ein theoretisches Konstrukt. Lösungsideale beschreiben die Kombination ausschließlich zielführender Ausprägungen. Zu vielen Idealen gibt es Alternativen, die ebenso ideal, ebenso zielführend, sind.

Ein Radiosender kann mit gleichem Erfolg Volksmusik oder Popmusik spielen. Beide ziehen das Massenpublikum an und stellen daher Ideale dar.  

Lösungsideale lokalisieren das Zentrum einer Menge realer Beispiele, die sich in wesentlichen Eigenschaften gleichen und dabei ein Zielkriterium erfüllen. Positivbeispiele unterscheiden sich allenfalls in subkritischen Dimensionen und gehören dann zum selben Ideal. Oder sie unterscheiden sich in kritisch wichtigen Faktoren und nutzen dann unterschiedliche Ideale.
Ohne die Vorstellung, es gäbe Lösungsideale, wäre die Abwesenheit einer bestimmten Ausprägung belanglos. Das hier entwickelte Relevanzverständnis ist absentistisch orientiert. Es setzt die Existenz von Lösungsidealen voraus. Denn Wichtigkeit im hier entwickelten Ansatz bedeutet, daß das Nichterfüllen wichtiger idealer Ausprägungen zum Mißerfolg einer Alternative führt. So sind das Konzept der Ideale und das Konzept der FACTORFINDER-Relevanz miteinander verknüpft.
Über die idealen Ausprägungen und die Wichtigkeit aller Faktoren besteht keine Gewißheit. Lediglich alle Ausprägungen und die Zielerfüllung der Beispiele sind bekannt. Ob eine bestimmte Ausprägung dem Lösungsideal entspricht, das muß offen bleiben und kann nur durch Folgerungen erschlossen werden.