Experten kennen in der Regel die Faktoren, die eine Zielgröße bestimmen. Es ist klar, welche Faktoren die Zielgröße fördern oder hemmen. In diesem Stadium der Analyse existieren Annahmen über die Wirkungsrichtung jedes Faktors. Darauf aufbauend ist man in der Lage, die Alternativen miteinander zu messen und eine Rangfolge zu finden. Bei dermaßen detailliertem Kenntnisstand ist von der Nutzung der FACTORFINDER-Software abzuraten. Diese Empfehlung ist wiederum mit einem Vorbehalt verknüpft. Es kann trotz bestehender Annahmen über die Wirkungsrichtung der Faktoren sinnvoll sein, die FACTORFINDER-Software anzuwenden. Denn diese unterstützt die Analyse, indem sie die Wichtigkeit jedes Faktors auf einen Wert reduziert und somit die Übersichtlichkeit des Analysegegenstandes erhöht.
In einem sehr frühen Stadium werden Analysen dadurch erschwert, daß nicht immer bekannt ist, ob die Ausprägung eines Faktors in einer bestimmten Mittelverwendung zielfördernd oder zielhemmend wirkt. Hier ist die Anwendung der FACTORFINDER-Software sinnvoll. Der Zielbeitrag einzelner Ausprägungen muß vom Nutzer nicht definiert werden, sondern kann als Analyseergebnis von der FACTORFINDER-Software ermittelt werden. Als Ergebnis der Analyse ist zu erwarten, ob und in welchem Ausmaß ein Faktor wichtig ist.
Oft ist nur gewiß, daß alle zielhemmend ausgeprägten Merkmale einer erfolgreichen Alternative insgesamt nicht so wichtig sind, daß diese Alternative scheitert. Wenn in erfolgreichen Alternativen unterschiedliche Ausprägungen eines Merkmales beobachtet werden, so bleiben zwei Möglichkeiten: Entweder ist dieser Faktor kritisch wichtig und er toleriert daher keine zielhemmenden Ausprägungen. In diesem Fall muß jede Ausprägung zielfördernd wirken. Eine weitere Möglichkeit ist, daß dieses Merkmal weniger als kritisch wichtig ist. Hier kann ein Merkmal einer erfolgreichen Alternative auch zielhemmend ausgeprägt sein.
Das FACTORFINDER-Verfahren setzt keine Annahmen über die Wirkungsrichtung (über den Zielbeitrag) der Ausprägungen eines Merkmales voraus. Auch wird dem semantischen Abstand zwischen den Begriffen keine Bedeutung beigemessen: Beim Vergleich der Ausprägungen ist daher keine Metrik für den Grad der Übereinstimmung zwischen diesen erforderlich. Vielmehr werden sie paarweise verglichen und als identisch oder unterschiedlich herausgestellt.