Vergleich realer Alternativen mit Idealen
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Sobald ein wichtiger Faktor unvorteilhaft ausgeprägt ist, so gefährdet dies den Erfolg der Alternative in hohem Maße. Nicht-ideale Ausprägungen in wenig wichtigen Faktoren werden dagegen stärker toleriert.
Wenn mehrere Faktoren unvorteilhaft ausgeprägt sind, addiert sich (so die hier zugrunde liegende Annahme) die Wichtigkeit der zielhemmend ausgeprägten Faktoren zu einem Gesamtwert, der den Erfolg der Alternativen letztlich bestimmt. Die Wirkung unvorteilhafter Ausprägungen bleibt verborgen, solange die zielhemmend ausgeprägten Faktoren insgesamt nicht so wichtig sind, daß die Alternative zum Mißerfolg wird. Es scheint daher, als würde der Einfluß zielhemmend ausgeprägter Merkmale in einem bestimmten Umfang kompensiert. Dieser scheinbare Ausgleich ungünstiger Einflüsse versagt, sobald ein weiterer ungünstig ausgeprägter Faktor hinzutritt. Für sich allein genommen würde ein solcher weiterer zielhemmender Einfluß nicht zum Scheitern der Alternativen führen. Im Zusammenwirken mit den anderen - für sich genommen - ebenfalls unerheblichen ungünstigen Faktoren führt dieser geringfügige Einfluß aber zum Scheitern der Alternative. Daher ist es gerechtfertigt, von einer
nichtkompensatorischen Verknüpfung der Faktoren zu sprechen. Wenn genügend nicht-ideale Faktoren zusammenwirken, so muß eine Alternative scheitern; gleichgültig wie positiv alle anderen Faktoren ausgeprägt sind.

Die Deviation ist die Zusammenfassung der Wichtigkeit aller zielhemmend ausgeprägten Merkmale eines Beispieles. Sie ist bei Erfolgsbeispielen per definitionem geringer als 1.0. Bei ideal ausgeprägten Varianten beträgt sie 0.0. Die Deviation entsteht aus der linear-additiven Verknüpfung der Wichtigkeit der zielhemmend ausgeprägten Dimensionen.
Die Deviation ist demjenigen zugänglich, der die Ausprägungen des Ideals sowie die Wichtigkeit aller Merkmale kennt. Für alle anderen bleibt der Wert der Deviation Gegenstand des theoretischen Diskurses. Analysierenden bleibt der exakte Wert der Deviation verborgen, auch wenn dessen Kenntnis das unerreichbare Ziel der Analyse ist.

Anbieter auf einem Markt können die Präferenzen der Nachfrageseite nur vermuten. Die tatsächlichen Präferenzen und damit die Wichtigkeit einzelner Produktdimensionen manifestieren sich im Kaufakt. Vor dieser Handlung hat jeder Nachfrager für sich die Möglichkeit, die Wichtigkeit jeder Dimension zu ergründen. Er muß für sich entscheiden, ob das konkret angebotene Produkt oder die Dienstleistung seinem Ideal für eine Kaufentscheidung ausreichend entspricht. Abgelehnt wird ein Angebot, das von dem idealen Angebot in wichtigen Dimensionen abweicht.  

Ergänzend bleibt anzumerken, daß auch die belebte und die unbelebte Natur über die Deviation "entscheiden" kann: Die Festigkeit einer tragenden Konstruktion hält der Gesamtheit der Belastungen nicht mehr stand und bricht zusammen, oder ein Organismus gleicht schädigende Einflüsse nicht mehr aus und erkrankt.